„Ein guter Schütze schießt ohne viel Aufwand, schlicht und einfach gut.“ Genshiro Inagaki Hanshi

Kyudo – in deutscher Übersetzung „Der Weg des Bogens“ – ist die traditionelle Bogenkunst der Samurai. 

Geübt wird mit dem ca. 2,20 m langen japanischen Langbogen, der eine besondere Schießtechnik erfordert, die nur durch lebenslanges und intensives Üben zu perfektionieren ist.

Das Kyudo -Training verlangt ein häufig ungewohntes Maß an Disziplin, Aufmerksamkeit, Konzentration und innere Ruhe. Da es nicht nur auf Muskelkraft ankommt, sondern auch auf sensible Bewegungskoordination, ist Kyudo für Frauen und Männer jeden Alters geeignet.

Häufige Fragen

Welche Geschichte hat Kyudo und wie kam es nach Deutschland?

Seit dem 12. Jahrhundert wird das Bogenschießen in Japan als Kriegskunst, zur Jagd und zu zeremoniellen Zwecken geübt und verfeinert. Im 16. Jahrhundert verlor der Bogen in Japan seine zentrale militärische Bedeutung als Distanzwaffe. Die Ausbildung der Samurai umfasste jedoch weiterhin die traditionellen Waffenkünste. Der Geist der Kriegskünste und die Einsichten, die einstmals auf dem Schlachtfeld gewonnen wurden, blieben so über die Jahrhunderte erhalten. Der Weg der Samurai war immer auch ein Weg der alten Kampfkünste. Der Bogen galt dabei vielen als die edelste der Waffen.


Wir trainieren in unserem Verein die Technik einer der ältesten und erfolgreichsten Bogenschulen Japans – der Heki To Ryu Insai Ha. Der Schuss wird dabei über acht genau festgelegte Phasen in der Absicht aufgebaut, mit einem Pfeil mit großer Durchschlagkraft das Ziel zu treffen.

Kyudo wurde in Deutschland 1969 bei einem Einführungsseminar in Hamburg vorgestellt und seit dieser Zeit vor allem unter der Leitung von Prof. Genshiro Inagaki weitervermittelt. Seitdem sind in vielen Städten Kyudogruppen entstanden, in denen derzeit über 1.000 Mitglieder im Deutschen Kyudo Bund e.V. organisiert sind.

(https://kyudo.de/deutscher-kyudo-bund-ev/)

Was ist das Besondere an einem japanischen Bogen?

Sieht man das erste Mal einen Kyudo-Schützen, fällt einem sofort der asymmetrische Bogen auf. Er unterscheidet sich auffällig von westlichen Bögen durch seine Form mit ca. einem Drittel seiner Länge unterhalb und zwei Dritteln oberhalb des Griffs. Im Wesentlichen hat sich der japanische Langbogen in den letzten Jahrhunderten nicht verändert.

Die ersten Bögen bestanden nur aus einem Stück Holz, erst später ist die auch heute noch verwendete „Schichtbauweise“ entstanden. Traditionell wurde er aus Holz und Bambus gefertigt. Statt der äußeren Bambusschichten wird heute jedoch häufig Glas- oder Carbonfaser verwendet. Dadurch sind die modernen Bögen unempfindlicher gegenüber Temperatur- und Feuchtigkeitsschwankungen und verzeihen auch den ein oder anderen Handhabungsfehler.

Der Kyudo Bogen hat weder Zieleinrichtung noch Pfeilauflage. Die Länge des Bogens richtet sich nach der Körpergröße des Schützen und liegt bei ca. 2,20 m bis 2,30 m. Die Zugstärke hängt von den körperlichen Voraussetzungen des Schützen ab und beträgt meist zwischen 9 kg und 20 kg.

Auf welche Ziele und in welcher Distanz schießt man beim Kyudo?

Die Zielscheibe (Mato) hat einen Durchmesser von 36 cm und ist 28 m entfernt.

Kyudo-Anfänger erlernen die Grundtechniken anfangs durch das Schießen in sehr kurzer Distanz auf eine Strohtonne (Makiwara). Erst nach zwei Prüfungen für Schülergrade (Kyu) werden sie schrittweise an die größere Distanz herangeführt.

Welche Ausrüstung braucht man außerdem für Kyudo und was kostet das?

Ein Kyudo-Bogen ist in der einfachsten Ausführung ab ca. 350 € zu haben, höherwertige Bögen kosten bis über 600 €. Erst nach vielen Jahren Kyudo-Praxis kann sich bei dem einen oder anderen der Wunsch nach einem deutlich teureren Bogen einstellen.

Die besondere Schießtechnik des Kyudo erfordert einen besonderen Schießhandschuh mit einem stabilen Daumen aus Holz oder Kunststoff. Dieser Handschuh (ab ca. 250 €) ist die wichtigste Anschaffung und sollte möglichst früh erfolgen.

Für die traditionelle Kleidung aus Hakama (Hosenrock), Gi (Hemd), Obi (Gürtel unter dem Hakama) und Tabi (Schuhe) muss man nochmals ca. 150 € investieren.

Köcher und Matopfeile (Set von 6 Pfeilen für das Schießen auf die 28-Meter-Distanz), die in vielen Vereinen selbst gebaut werden, aber auch fertig gekauft werden können, runden die Ausrüstung ab.

Die Kosten für die Ausrüstung halten sich somit in Grenzen, besonders wenn man bedenkt, dass die Ausrüstung nicht selten 15 Jahre und länger hält. 

Muss ich gleich zu Anfang die Ausrüstung kaufen?

Nein, unser Verein hält eine ausreichende Anzahl von Bögen in verschiedenen Stärken bereit, ebenso die benötigten Pfeile. Erst wenn sich die Anfänger entschließen, regelmäßig Kyudo zu üben, wird die Anschaffung von Bogen und Pfeilen sowie Handschuh und traditioneller Kleidung ein Thema.

Die Kyūdō-Übungsleiter beraten euch gern zu Zeitpunkt und Auswahl von geeignetem Gerät.

Wo und wann kann ich in Dresden beim Kyudo zuschauen oder mit dem Training beginnen?

Am besten besuchst Du uns einmal im Training, um Dir ein Bild von unserer schönen Sportart zu machen.

Wir bieten:

  • aktuell zwei Mal wöchentlich Training
  • regelmäßige Anfängerkurse
  • Seminare mit japanischen und deutschen Lehrern
  • Teilnahme an nationalen und internationalen Wettkämpfen und Meisterschaften
  • ein harmonisches und respektvolles Miteinander

Wir freuen uns auf:

  • gemeinschaftsorientierte,
  • aufgeschlossene und
  • neugierige Mitstreiter ab 12 Jahren

In Anfängerkursen vermitteln wir Grundwissen zum Kyudo, zur Ausrüstung sowie zu den besonderen Techniken des Schießens. An zwei Tagen können Kyudo-Interessenten unter Anleitung unserer erfahrenen Trainerin mit dem Bogen üben und dann entscheiden, ob sie als neue Vereinsmitglieder den anspruchsvollen „Weg des Bogens“ mit uns gehen wollen.

Kontakt

Michaela Surke

  • 0176 27006894
  • kyudo@turbine-dresden.de